NASSTAUCHANZÜGE

Exposure Gear

Beschreibung

Allgemeiner als die Bezeichnung „Kälteschutzanzug“ ist „Tauchanzug“, weil man beim Tauchen nicht nur der Wassertemperatur ausgesetzt ist, die unseren Körper auskühlen kann, sondern der Anzug schützt auch vor allem Möglichen, das uns kratzen, schneiden oder stechen kann. Die Wassertemperaturen können von wirklich warm in Äquatornähe bis zu eisig kalt in anderen Gebieten reichen, und daher gibt es drei Grundtypen von Tauchanzügen – den Nasstauchanzug, den Trockentauchanzug und den Tropenoverall („Body Suit“). Suche dein PADI Dive Center oder Resort auf, um dir Tauchanzüge anzuschauen und dich beraten zu lassen.

Nasstauchanzüge heißen so, weil du beim Tauchen darin nass wirst. Dein Körper erwärmt die dünne Wasserschicht, die zwischen deine Haut und das Anzugmaterial gelangt; diese erwärmte Wasserschicht und das Anzugmaterial schützen dich dann vor dem kühleren Wasser, das dich umgibt. Typ und Materialstärke eines Nasstauchanzugs wählst du entsprechend der Wassertemperatur, wo du tauchen wirst.

Standardmerkmale

  • Nasstauchanzüge werden aus Neoprenmaterial hergestellt, in dessen geschlossenen Zellen viele kleine Gasblasen eingeschlossen sind, was eine gute Isolierung bewirkt. Auf dem Neopren ist gewöhnlich eine Art Gewebe aufgebracht, um dem Material mehr äußere Festigkeit zu geben, das Hineingleiten zu erleichtern und es auch in verschiedenen Farben anbieten zu können. Befindet sich innen nur reines Neopren (ohne Beschichtung), kann man zwar nicht so leicht in den Anzug hineinschlüpfen, das Zirkulieren des eingedrungenen Wassers wird jedoch minimiert.
  • Je dicker ein Nasstauchanzug ist, desto mehr Wärme bedeutet dies für den Taucher. Die Dicke beginnt bei 1 Millimeter (mm) und reicht bis zu 9 mm; übliche Materialstärken sind 3 mm (für warmes Wasser), 5 mm (für mäßige Wassertemperaturen) und 7 mm (für kaltes Wasser); auch Anzüge mit unterschiedlichen Materialstärken – etwa im Rumpfbereich dicker und an den Armen dünner – gibt es.

Arten von Nasstauchanzügen

Wärme und Vielseitigkeit des Anzugs hängen weitgehend von dessen Art ab.

  • Sog. „Shorties“ sind einteilige Anzüge mit kurzen Ärmeln; an den Beinen reichen sie bis zum Oberschenkel oder bis zum Knie; sie sind aus ca. 3 mm starkem Neopren und dienen insbesondere dem Schutz des Oberkörpers.
  • Komplette Nasstauchanzüge bedecken auch die Arme und Beine vollständig. Gewöhnlich haben sie an der Vorderseite oder hinten einen langen Reißverschluss, um das Hineinschlüpfen zu erleichtern. Es gibt sie in verschiedenen Materialstärken, je nach Wassertemperatur.
  • Zweiteilige Nasstauchanzüge sind sehr populär, weil man Jacke bzw. Weste und Unterteil übereinander tragen kann und auf diese Weise doppelte Isolierwirkung erzielt. Die einzelnen Teile bekommt man auch separat, sodass man sozusagen zwei Tauchanzüge hat.

Optionale Merkmale

  • Eine angesetzte Kopfhaube verhindert, dass beim Schwimmen kaltes Wasser im Halsbereich eindringt.
  • Gute Abdichtungen (bzw. Manschetten) an den Hand- und Fußgelenken minimieren den Wassereintritt und vor allem das Zirkulieren der erwähnten Wasserschicht im Anzug.
  • Reißverschlüsse an den Hand- und Fußgelenken erleichtern das Hineinkommen in deinen Tauchanzug und das Herauskommen.
  • Ein in den Anzug eingearbeitetes Rückenpad trägt dazu bei, dass weniger Wasser im Anzug zirkuliert. Lenden- oder Nierenpads schützen den unteren Rückenteil.
  • Üblich sind Kniepads, aber es gibt auch Ellbogenpads. Viele Tauchanzüge verwenden an den Schultern und im Gesäßbereich abriebbeständigere Materialien.
  • Entsprechend abgewinkelte Arm- und Beinteile an den Knien und Ellbogen erhöhen den Komfort und verhindern, dass sich das Neopren an diesen Stellen bei Bewegungen unnötig dehnen muss, was die Abnutzung des Materials verringert.
  • Taschen sind gut, um Dinge wie Tafeln oder Schlüssel zu verstauen. Angebracht sind Taschen gewöhnlich am Oberschenkel, an der Wade oder am Arm. Einige Tauchanzüge haben auch innen angebrachte Schlüsseltaschen.

Wie man Wählt

  1. Die Profis in deinem PADI Dive Center oder Resort werden dich fragen, wo du am meisten tauchen wirst, um herauszufinden, welche Art Nasstauchanzug sich für dich am besten eignet.
  2. Stelle fest, was die richtige Größe für dich ist, und probiere mehrere Anzüge an.
  3. Lasse dir dabei Zeit. Wenn man zum ersten Mal einen Nasstauchanzug anzieht, kann dies ein wenig anstrengend sein – nimm dir daher einfach die hierfür nötige Zeit. Solltest du dich jedoch über die Maßen abquälen, um hineinzukommen, dann versuche die nächste Größe.
  4. Beurteile, wie der Anzug dir passt. Ein Nasstauchanzug sollte eng, aber nicht zu eng sitzen. Falten sollten möglichst nirgendwo sein.
  5. Passform und Komfort sollten die entscheidenden Kriterien sein, um deine Wahl einzugrenzen. In deine endgültige Entscheidung kannst du dann optische Aspekte, wie Form und Farbe, optionale Ausstattungsmerkmale und persönliche Präferenzen einbeziehen. Ein Nasstauchanzug ist eine Investition für mehrere Jahre; du solltest deine Wahl daher gut überlegt treffen.
  6. Für den Fall, dass du einfach keinen Nasstauchanzug findest, der dir richtig gut passt, gibt es auch die Möglichkeit eines maßgeschneiderten Tauchanzugs, der speziell für dich hergestellt wird. Erkundige dich in deinem PADI Tauchgeschäft nach Maßanzügen.

Instandhaltung

Nach dem Tauchen musst du deinen Nasstauchanzug sorgfältig spülen, trocknen und aufbewahren. Du solltest ihn auch von Zeit zu Zeit waschen; hierfür gibt es spezielle Mittel in deinem Tauchgeschäft. Um Knicke und andere Belastungen des Neoprens zu vermeiden, besonders im Schulterbereich, verwende einen speziellen, breiten Kleiderbügel aus Plastik oder Holz, um deinen Nasstauchanzug aufzuhängen. Falls du ihn irgendwie falten musst, dann tu dies mit Gefühl; Reißverschluss nach oben, oder wie vom Hersteller angegeben.

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